Einfach mal ans Meer fahren

Meine Gedanken zur Reisevorbereitung, dem Ankommen und Freiheit

Seit zwei Nächten sind wir nun auf Koh Chang und zum ersten Mal seit einigen Wochen spüre ich so richtige Entspannung.

Die ganzen letzten Wochen stand ich ständig unter Strom, hatte ständig das Gefühl noch irgend etwas machen zu müssen und dabei die Hälfte zu vergessen. Die To Do Liste wurd nicht kürzer, die Punkte vermehrten sich von Stunde zu Stunde.

„Hast du schon an dies gedacht und das gemacht?“„Kommt, sorry, ich habe gerade keine Zeit…“. „Keine Zeit“, eigentlich eine Aussage, welche ich möglichst aus meinem Wortschatz zu verbannen versuche.

Dabei nahm nicht einmal die Reisevorbereitung selbst einen Großteil dieser Punkte ein, sondern unvorhergesehene Dinge, die einfach immer genau dann passieren, wenn man sie absolut überhaupt nicht gebrauchen kann. Weihnachten ist unser Holzdielenboden in der Küche kaputt gegangen. Kurz vor der Reise wurde dieser repariert, dafür durfte die Küche, die bei uns ein Durchgangszimmer ist, 2 Tage nicht betreten werden. Einen Tag vor der Reise ist unsere Spülmaschine kaputt gegangen – Reparieren? Neue besorgen? … Und gleichzeitig irgendwie aufräumen, putzen, packen, die letzten Dokumente scannen, letzte Sachen einkaufen, die Geburtstags- und Abschiedsparty vorbereiten und dabei an alles andere denken.

Kleinigkeiten, die sich summieren und einem in einer eh schon aufregenden Zeit den Rest geben.

„Warum, lass doch einfach alles so? Schließ die Tür ab und dreh das Wasser aus. Du bist doch eh nicht da.“ – Ja, ich bin vielleicht nicht da, aber wir haben eine Zwischenmieterin für unsere Wohnung. Neben den ganzen Renovierungsarbeiten stand also auch noch aufräumen und putzen auf dem Plan. Direkt drunter die Punkte persönliche Unterlagen wegschaffen, Kleiderschrank leerräumen und Stauraum schaffen.

„Ich mach das, wenn ich da angekommen bin“ – Alles, was online gemacht werden konnte, habe ich verschoben. Bilder auswählen, Fotos bearbeiten, Facebook-Beiträge posten, Blogposts verfassen, Nachrichten und E-Mails schreiben, die ein oder anderen Formulare beantragen oder ausfüllen.

Einen Abend vorher bzw. am Morgen selbst haben wir dann angefangen zu packen. Alles, was man die nächsten 4 1/2 Monate so nutzen möchte, in einen kleinen 40 Liter Rucksack. Unmöglich? Nee, haben wir tatsächlich geschafft. Klamotten für 7-10 Tage habe ich dabei. Naja gut. Jeder von uns hat noch einen fast identisch großen zweiten Rucksack, in dem allerdings nur Technikkrempel enthalten ist. Gehe niemals mit einer Fotografin und einem Technik-Fan auf Reise 😀 Vielleicht hätten wir noch etwas besser packen können, aber Probepacken und großartig umstrukturieren und aussortieren hat absolut nicht in den Zeitplan gepasst.

Als wir in der Bahn saßen, habe ich es noch nicht so realisiert. Auch nicht am Flughafen, im Flugzeug, beim Landen oder im ersten Hostel. Auch nicht, als ich durch Bangkok gelaufen bin.

Die Stadt hat mir den letzten Rest gegeben. Eigentlich wirklich eine schöne Stadt, allerdings waren wir noch so fertig von den letzten Wochen zuhause, dass wir sie so gut wie gar nicht anschauen konnten. Zu müde, zu kaputt, zu … krank. Eine leichte Grippe habe ich sowieso schon von zuhause mitgebracht (ja, das kam auch noch dazu), da hat uns auch direkt an Tag 3 die typisch thailändische Magen-Darm-Erkrankung befallen. Zu viel Thai-Essen mit unbekannten Gewürzen und vielleicht auch einfach zu viel von allem. Erstmal totales Knock-Out. In der Zwischenzeit hatten wir die Unterkunft gewechselt und konnten hier zum Glück noch eine Nacht verlängern. Ich musste dringend mal durchatmen. In Bangkok leider wirklich absolut unmöglich.

Eigentlich war unser weiterer Plan gen Norden zu reisen. Mit dem Zug nach Ayutthaya, dort den Geschichtspark zu besichtigen und einen naheliegenden Nationalpark zu entdecken. Dann weiter nach Chiang Mai, Kochkurse machen, Elefanten besuchen, mit dem Roller durch die Gegend fahren und Abenteuer erleben. Mein Körper sagte aber was anderes, das war irgendwie zu viel.

„Fahr ans Meer und erhol dich erstmal“

Na gut. Eine Nacht drüber geschlafen, etwas recherchiert (wie soll man sich denn bei über 500 Inseln für eine entscheiden?) und gebucht. Koh Chang.

Gestern morgen ging es uns glücklicherweise schon um einiges besser. Wir sind früh aufgestanden, für 7 Kilometer eine Stunde mit dem Taxi durch Bangkok gefahren, in den Reisebus gestiegen, haben drei Mal das TukTuk gewechselt und sind schlussendlich auf der Fähre gelandet. Dort saß ich am Bug, habe den Wind und die frische Luft gespürt und zum ersten Mal dachte ich so „Krass, du reist jetzt wirklich erstmal 4 1/2 Monate durch die Gegend und bist so wirklich frei“.

 

Tina 💕


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  1. So schön zu hören, dass ihr angekommen seid (v.a. auch mental)!!
    ebenso superschöne Fotos, ich freu mich auf mehr! Lasst es euch gut gehen ♡

    • Tina & Patrik

      Juuhuuuuu, der erste Kommentar!!! <3

      Danke 🙂 Wir sind gerade ganz fleißig dabei weiteren Content zu produzieren, sowohl schriftlich als auch (bewegt)bildlich, hihi 🙂

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