Die Reise beginnt: In 11 Stunden ans andere Ende der Welt

Unser Trip nach Südostasien

Es geht los, unsere Reise beginnt. Am 25.01. verlassen wir unsere Wohnung in Düsseldorf, um für die nächsten 4 1/2 Monate die Welt zu entdecken. 11 Stunden später landen wir in Südostasien. Unser erster Eindruck, als wir das Flugzeug verlassen: Es ist warm hier. Der zweite Eindruck und was bis zu unserem ersten Bier in Bangkok passiert ist? Das erfährst Du hier.

Von Köln/Bonn nach Bangkok in 11 Stunden

Mittwoch, 6:30 Uhr. Der Wecker klingelt. Wir schlagen die Augen auf, Patrik springt direkt aus dem Bett und unter die Dusche. Ich bin genauso müde wie immer, obwohl ich eigentlich keine Sekunde zögern und es Patrik gleich tun sollte. Dieselbe Uhrzeit, die uns damals für die Arbeit geweckt hat, doch heute bedeuten die Zahlen auf dem Wecker etwas anderes. Normalerweise kann ich es vor einer Reise nicht erwarten aus dem Bett zu kommen, die letzten Sachen zu packen und mich Minute für Minute meinem Reiseziel zu nähern. Die letzten Tage waren einfach unfassbar chaotisch und ich gebe zu, ich war wohl mehr als einmal ziemlich verzweifelt und nahe dran „Stornierung Eurowings“ in die Suchmaschine zu tippen. Irgendwie kann ich noch gar nicht glauben, dass all der Stress nun erst einmal vorbei sein wird und wir es tatsächlich geschafft haben. Die Wohnung ist für unsere Zwischenmieterin vorbereitet und wir haben fast alle Punkte von der To Do Liste streichen können. Damit hätte ich niemals gerechnet. Und das, obwohl ich sonst meistens der Optimist bin…

„Bist du sicher, dass wir alles haben?“

„Ja, ich glaube schon“. Patrik schaut mich an und lässt die Wohnungsschlüssel für unsere Zwischenmieterin in den Briefkasten fallen. Jetzt gibt es kein Zurück mehr. „Ganz schön schwer, dieser Rucksack, oder?“. Offensichtlich haben wir zu viel eingepackt. Egal, erstmal zum Bäcker um die Ecke für Proviant sorgen – ein letztes Mal für die nächste Zeit. Im Flugzeug haben wir kein Essen gebucht, stattdessen nehmen wir uns einfach ein Brötchen und ein paar Plätzchen mehr mit. Wird auch gehen.

Haltestelle für Haltestelle nähern wir uns dem Flughafen Köln/Bonn und Minute um Minute unserem Abflug. Schnell noch den ein oder anderen Abschieds-Anruf getätigt und schon gehts ab ins Flugzeug und hoch in die Luft. Das Gefühl, etwas vergessen zu haben, vermissen wir etwas. Das ist verdächtig.

Unser erster Tag in Asien

Um kurz vor 7 Uhr Ortszeit landen wir am Flughafen in Bangkok – früher als geplant, der Pilot hat anscheinend ordentlich Gas gegeben. Wir steigen aus dem Flugzeug und werden von einer Hitzewelle überrollt. Gut, dass wir im Zwiebellook gekleidet sind, so können wir direkt die ersten Schichten abpellen und uns den klimatischen Gegebenheiten zumindest einigermaßen anpassen. Heiß ist es trotzdem noch, sogar morgens um 7. Damit hätten wir wirklich nicht gerechnet.

Angekommen sind wir, drin irgendwie noch nicht so richtig. Wir folgen einfach erstmal den Menschen. Der Flughafen ist groß, die Wege lang und es gibt verschiedene Bereiche. „Visa on arrival? Da müssen wir hin, oder?“ Formular ausfüllen und Passfoto aufkleben? Darüber habe ich vorher nichts gelesen, aber wird schon richtig sein. Hier stehen zumindest alle… Beim Foto machen wir uns mit Händen und Füßen erklärt, dass wir diese ganze Prozedur nicht durchlaufen müssen. Bis wir das verstanden haben… Mit unserem Deutschen Pass sind wir super ausgestattet und können einfach durch die andere Halle gehen, die mit „Passport Control“ ausgeschildert ist, uns am Schalter anstellen und den ersten Stempel auf einer bisher leeren Seite abholen. Check. Visa für 30 Tage ist uns sicher. Und das, obwohl wir den Departure Schein nicht ausgefüllt haben, weil wir ja gar nicht direkt von Thailand wieder zurückreisen und auch noch nicht wissen, wann wir die Grenze zu einem anderen Land überqueren werden.

„Nehmt euch am Flughafen ein Taxi, das ist am einfachsten“

So wurde uns von Thailand-erfahrenen Kollegen und Freunden empfohlen. Google Maps bestätigt diese Aussage relativ schnell. Eigentlich sind wir überhaupt keine Taxi-Fans und nutzen lieber die öffentlichen Verkehrsmittel, aber 3 Mal umsteigen? Nicht heute, wir probieren das ein anderes Mal.

Die Taxen sind schnell gefunden, stehen nämlich alle direkt vor dem Flughafen und warten auf Weltentdecker wie uns. Außerdem sind sie kaum zu übersehen: Ein Großteil der Fahrzeuge ist nämlich pink. Wir ziehen ein Ticket, Nummer 22. Das Taxi ist schnell gefunden, unsere erste Unterkunft wird durch einen Anruf des Taxifahrers beim Hostel lokalisiert. Navi gibts nicht. Rucksäcke in den Kofferraum und los geht die Fahrt.

Ein unsicherer Blick Richtung Patrik, ein Schulterzucken und einen entschuldigender Blick vom Taxifahrer. Das Geräusch hört sich nicht gut an. Keine Ahnung, was uns der Fahrer zu erklären versucht, aber ich habe die dumpfe Befürchtung, dass das Taxi wohl schleunigst in die Werkstatt sollte. Egal, wir fahren weiter, sowas gehört wohl zum thailändischen Alltag.

Das Geräusch kommt noch zwei weitere Male auf, bis wir endgültig auf einem 4-spurigen Highway halten. Halb auf dem Seitenstreifen, halb auf der Straße. Der Taxifahrer sagt irgendwas, deutet uns mit entschuldigendem Ausdruck, dass wir wohl mit ihm nicht mehr weiterfahren werden und winkt aus seinem Fahrerfenster. Ein zweites Taxi hält vor uns, kurz ein paar Worte, ein Winken in unsere Richtung und wir wechseln das Fahrzeug. Mitten auf der Autobahn. Mit dem zweiten Auto läufts dann, mit dem Verkehr in Bangkok eher weniger. Die kompletten 32 Kilometer bis zur Unterkunft stehen wir im Stau und fahren 3 Stunden, die wir größtenteils verschlafen. Aber für 300 Baht (ungefähr 8 Euro) hätten wir auch noch länger geschlafen, Taxifahren ist in Thailand wird richtig richtig günstig und damit eine super Alternative zur Bahn. Auch wenn man nicht sehr viel schneller von A nach B kommt. Ein paar Tage später benötigen wir für 7 Kilometer eine Stunde, aber auch das ist Alltag und schult nur die Geduld. Schadet uns (vor allem mir) nicht.

Im Hostel angekommen werden wir herzlich begrüßt und kurz herumgeführt. Viel gibt es nicht zu sehen, klein, gemütlich und der grüne Garten ist das Herzstück des Hostels und der Treffpunkt aller Hostelbewohner. Die Altglas-Sammelstelle erzählt jedenfalls von rauschenden Parties. Nach ein paar Worten stellt sich heraus, dass die Hostelmitarbeiterin Deutsche und nach ihrer Südostasien-Rundreise in Bangkok stecken geblieben ist, um dort nun ein paar Baht für die Weiterreise zu verdienen. Ihren Flug nach Australien hat sie verpasst, weil ein Nachtzug 8 Stunden Verspätung hatte. Wir werden zwar nicht nach Australien fliegen, aber sowas wird uns mit Sicherheit auch noch passieren, da sind wir uns in diesem Moment ziemlich sicher.

Nach einem kleinen Jetlag-Mittagsschläfchen in der Mittagssonne machen wir uns auf den Weg. Wohin wissen wir auch nicht so genau, einfach mal die Gegend erkunden. „Unsere“ Straße ist überraschend untypisch für das Bangkok aus unseren Vorstellungen: ruhig, kleine Lädchen links und rechts, Thailänder, die im Schatten vor den Häusern sitzen oder an einem Stand Fleisch-Spieße verkaufen, alles umringt von grünen Pflanzen… Doch nach ein paar Schritte stimmen Vorstellung und Realität überein:  Autos, Busse, TukTuks und Roller, die im Slalom um die anderen Fahrzeuge herum fahren. Ein geordnetes Chaos auf der Straße. Und irgendwie auch in der Luft: wirre Stromkabel, die einfach kreuz und quer über der Straße hängen, sowas wäre in Deutschland definitiv nicht möglich. So ist also Asien.

Nach den ersten paar Minuten werden wir angesprochen.

„Hi, where are you going? Where are you from? What are you doing here? How long do you stay? I’m a teacher, I’m free now and want to meet my friend…“

Okay, so weit ja ein ganz nettes Gespräch. Wir quatschen ein bisschen mit dem hilfsbereiten Gegenüber, er lernt uns ein paar Thai-Wörter und zeigt uns auf einer Karte die Umgebung. Wir sehen wohl wirklich sehr verloren aus.

„Do you want to visit the Grand Palace? This direction. It’s for free today. But only today, because of Chinese New Year! Do you need a TukTuk? I’ll bring you to the tourist center! It’s here: See see!“ 

Hmmm, wir überlegen einen Moment. Jetzt wird’s komisch. „No thank you“ – „I bring you there. It’s free, but only for today!“ – „No, thank you, we just want to walk around“… Zwei, drei Schritte begleitet er uns, bis wir in einer Seitengasse verschwinden. In den nächsten Tagen lernen wir: TukTuk-Fahrer möchten einen einfach IMMER mitnehmen, egal wie zielstrebig man die Straße entlang läuft. Völlig normal und einfach freundlich „no, thank you“ sagen.

 

„Ob der Palast wirklich nur heute kostenlos ist? Das war bestimmt nur ein Trick“. Wir entscheiden uns dazu der Frage heute nicht mehr nachzugehen und machen uns auf Essensuche. Da wir absolut keine Orientierung und erst recht keinen Anhaltspunkt in Bangkok haben, gehen wir zur Khao San Road, die einzige Straße, die wir kennen und auf der Karte wiederfinden. Souvenirläden und -stände, Bars, Restaurants, Kneipen… Einfach die absolute Touri-Backpacker-Partymeile. Eigentlich wollten wir genau diese Straße vermeiden, nun erweist sie sich aber als die Rettung: ESSEN. Wir setzen uns mit einem leckeren Pad Thai (gebratene Nudeln mit Gemüse und Fleisch oder Shrimps) an den Straßenrand und beobachten die vorbeieilenden Touristen, die Straßenverkäufer mit Krempel, den kein Mensch braucht, Backpacker mit Bier in der Hand, wild gestikulierende Standverkäufer, die um ihre Preise kämpfen und, irgendwie fehl am Platze, Kinder, die Papierschnipsel in eine Feuertonne werfen. Letzteres scheint wohl eine Tradition zu sein, es ist nämlich Chinese New Year Week. Wir stellen fest, dass es dort tagsüber tatsächlich ganz amüsant ist.

Bier ist uns zu teuer, also ziehen wir erst einmal weiter, bis wir zufällig in eine Parallelstraße gelangen: die Rambuttri Road. Auch hier reiht sich eine Bar an die nächste, aber irgendwie ist es gemütlicher. Die Atmosphäre ist wirklich schön, überall brennen bunte Lampen und Lichter und wir entschließen uns, dass dies der richtige Ort für unser erstes Bier knapp 11.000 Kilometer von Zuhause entfernt ist.


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  1. Hallo ihr 2!

    Ich bin eben auf euren Blog gestoßen! Ein ganz toller Bericht über euren ersten Eindruck in Bangkok. Ich kann eure Gefühle total verstehen und nachvollziehen wie es euch ergangen ist.

    Ich stöbre mal ein bisschen weiter bei euch 🙂

    Liebe Grüße
    Alexa

    • Tina & Patrik

      Hey Alexa,

      vielen Dank für deinen lieben Kommentar! 🙂 Hast du schon ähnliches erlebt? Vielleicht in einer anderen Stadt, einem anderen Land? Willkommen auf unserem Blog. Wir hoffen du fühlst dich hier wohl!

      Viele Grüße,
      Tina & Patrik

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