Was muss man in Bangkok eigentlich gesehen haben? Wir sitzen in unserem Hostel, auf dem Tisch vor uns ein kleines Notizbuch, welches wir zum Abschied geschenkt bekommen haben, einen Stift in der Hand und auf dem Laptop die Seite von TripAdvisor geöffnet. Einen Reiseführer haben wir nicht mitgenommen. Kein Platz im Handgepäck.

„Sehenswürdigkeiten & Wahrzeichen in Bangkok“ – 172 Vorschläge. Okay, langweilig wird uns schon mal nicht.

Vor uns Laptop und Schreibutensilien, hinter uns eine Notizwand, an die jeder Hostelbewohner Aktivitäten für die nächsten Tage vorschlagen kann.

„Chinese New Year Day – 28. January“ steht dort geschrieben – Perfekt, besser kann es nicht sein, wir sind genau am Chinese New Year Day in Asien. Okay, erste Aktivität gefunden. Ansonsten wandern nach dem ausführlichen Studieren von TripAdvisor verschiedene Tempelanlagen, Paläste und eine Skybar auf die Liste. Typische Touri-Dinge, die man in Bangkok wohl gesehen oder gemacht haben muss.

TempelGegenden und StraßenBars & Kneipen

🏛 Tempel

Wat Pho

Wir gehen durch das Tor, zahlen 200 Baht (=5,40 Euro) und betreten eine neue Welt. Draußen herrscht das hektische Leben Bangkoks, doch hinter den niedrigen Mauern der Tempelanlage ist davon nichts mehr zu spüren. Stattdessen werden wir von einer Vielzahl wunderschöner Tempel, Chedis aus bunten, in der Sonne glitzernden Mosaiken und viel Grün begrüßt. Selbst die Touristenströme halten sich in Grenzen, es ist nämlich so unglaublich groß, dass sich hier alles super verläuft.

Zum ersten Mal in unserem Leben stehen wir inmitten von bunten und goldfarbenen Tempeln, die in der Sonne glitzern und sehen Mönche in ihren orangefarbenen Gewändern langsam umherwandern.

Wir gehen weiter und stehen plötzlich auf einem Platz, der komplett mit chinesischen Lampions geschmückt ist, ein Zeichen des Chinese New Year Days. In einem Pavillon werden Besucher von Mönchen gesegnet, vor einem Brunnen ruhen sich erschöpfte Besucher aus, nebenan hören wir aus einem Pavillon chinesische Musik.

„Wisst ihr, wo der liegende Buddha ist?“ werden wir von zwei Typen gefragt, die uns auf dem Weg zum Wat Pho schon öfters begegnet sind.

„Ääähh. Liegender Buddha? Hm, nö, den haben wir noch nicht gesehen“.

Bis wir plötzlich vor einem Tempel stehen, vor dem sich eine Schlange Menschen gebildet hat. Wir stellen uns hinten an, ziehen unsere Schuhe aus und… können den riesigen, liegenden Buddha kaum übersehen. 45 Meter lang und komplett vergoldet. Ziemlich beeindruckend und ebenso schwierig, ihn auf ein Foto zu bekommen. Für diesen riesigen Buddha ist die Tempelanlage Wat Pho bekannt.

Wir schlendern weiter durch die beeindruckende Anlage, streifen unsere Schuhe von den Füßen und betreten leise einen Tempel. Ein paar Menschen knien auf dem Boden, ihr Körper ist einer großen goldenen Buddha-Statue zugewandt, und sprechen kaum hörbar Gebete. Wir sind fasziniert von der ganzen Atmosphäre und der Stille, die im Tempel herrscht und verlieren vollkommen die Zeit aus den Augen. Als wir auf den Vorplatz treten verschwindet die Sonne schon langsam hinter den Gebäuden.

Grand Palace

Umso ruhiger es im Wat Pho war, desto mehr Action herrscht beim Grand Palace. Alleine der Weg durch die Grünanlage lässt erahnen, welch Ansturm uns dort erwarten wird.

Dringend zu beachten, wenn Du einen Besuch beim Grand Palace auf deiner Liste stehen hast: Das Gelände schließt um 15:30 Uhr. Hatten die TukTuk-Fahrer doch recht, welche uns zuvor warnten „It’s closed! I can bring you to the Tourist Center!“. Nichts für Langschläfer wie uns also.

Nachdem wir am ersten Tag also vor verschlossenen Türen standen, versuchen wir es am Folgetag erneut: Mit Erfolg, wir kommen rein!

Der Grand Palace ist die bekannteste Sehenswürdigkeit Thailands und steht quasi direkt neben dem Wat Pho. Beides an einem Tag zu besuchen lohnt sich also, wenn man die Öffnungszeiten beachtet 😉 Auf dem Gelände befinden sich neben dem Grand Palace, der dem Ganzen seinen Namen gibt, noch einige andere Tempel, wie zum Beispiel der Wat Phra Kaeo.

Damals, als Thailand noch Siam hieß, war der Grand Palace vom Ende des 18. Jahrhundert bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts die offizielle Residenz der Könige. Das Gebäude ist wirklich mega schön, erinnert etwas an ein Märchenschloss. Leider konnten wir nicht näher ran, da es genau an dem Tag, als wir dort waren, großzügig abgesperrt war.

Wenn du den Grand Palace besuchen möchtest, kleide dich auf jeden Fall entsprechend, heißt, Hose/Kleid reicht über die Knie und Schultern und Arme sind bedeckt. Direkt am Eingang des Grand Palace sitzt nämlich ein netter Herr, der dir mit seinem Megaphon lautstark zu verstehen gibt, wenn Du falsch gekleidet bist. Ganz zur Not kann man sich vor Ort ein Cape leihen, aber eigene Kleidung ist ja doch immer etwas schöner. Für den Einlass zum Park wird außerdem ein Personalausweis/Reisepass benötigt.

Wat Phra Kaeo

Auf dem Gelände des Grand Palace befindet sich der Wat Phra Kaeo, der Tempel des Smaragdbuddhas. Der Smaragdbuddha ist das National-Heiligtum Thailands und, nicht wie der Name vermuten mag, aus Smaragd, sondern auch Jade. Er ist zwar „nur“ 66cm groß, thront aber dafür auf 11 Metern Höhe. Die Wände des Tempels sind komplett mit kleinen Bildern bedeckt, die das Leben des Buddhas zeigen. Fotografieren ist drinnen übrigens verboten. 😉

Fakten zum Smaragdbuddha:

  • Der Smaragd-Buddha besitzt drei verschiedene Gewänder, die dreimal im Jahr vom König oder einem Stellvertreter in einer festlichen Zeremonie geändert werden und dem Wetter der jeweiligen Jahreszeit angepasst sind
  • Vielen Buddha-Statuen werden magische Kräfte zugesagt. Der Smaragdbuddha verleiht dem Besitzer Legitimität und Wohlstand und wendet Epidemien ab
  • Legende: Der Smaragdbuddha soll im Auftrag eines indischen Mönches von Hindu-Göttern mit Hilfe von Dämonen geschaffen worden und über Sri Lanka, Java, Myanmar und Angkor nach Thailand gereist sein

🏙 Gegenden und Straßen

China Town

Unsere erste Fahrt mit dem TukTuk! Wir halten am Straßenrand, bezahlen, schauen uns um… ES IST VOLL!! Autos, Roller, TukTuks und Menschen, die sich den Weg durch die Stände und Garküchen bahnen, die am Straßenrand aufgebaut sind. Über unseren Köpfen hängen bunte Schilder mit chinesischen Schriftzeichen und zwischendrin die typischen roten Lampions. Ein grandioser Anblick, so haben wir uns das vorgestellt!

In einer Traube von Menschen schieben wir uns voran, riechen die vielen asiatischen Gewürze, von denen wir die wenigsten kennen, sehen an den Ständen verschiedene bunte Süßigkeiten und eine riesige Auswahl an Fisch, der vor den Augen des Gastes auf einem Holzkohlegrill zubereitet wird.

„Ist das immer so? Oder nur wegen dem Chinese New Year Day?“ – Wir wissen es nicht. Aber es ist verrückt. Wir fühlen uns ein bisschen wie in Deutschland auf der Düsseldorfer Rheinkirmes, nur ohne Achterbahnen und Karussells, aber dafür mit mehr Essen.

Wir lassen uns treiben, werden in eine Seitenstraße geführt und stehen plötzlich inmitten einer buddhistischen Zeremonie. Um uns herum zünden die Menschen Kerzen und Räucherstäbchen an, stellen sich hintereinander in eine Reihe und gehen langsam in einen Tempel. Ein Ritual, welches wir noch oft erleben werden und welches uns immer wieder in seinen Bann ziehen wird.

Eigentlich sind wir an diesem Tag nach China Town gekommen, um die berühmte Chinese New Year Day Parade anzuschauen.

9pm. Eigentlich startet sie genau jetzt. Doch keine Musik, keine Kostüme, keine Drachen. Nicht einmal eine Straßenabsperrung. Weit und breit kein Zeichen einer gleich stattfindenden Parade zu sehen. Wir warten, setzen uns an den Straßenrand… Nichts zu sehen. Wo auch immer die Feier stattfindet, wir sind wohl dieses Jahr nicht dabei. 😀

Khao San Road / Rambuttri Road

Schon in diesem Blogpost haben wir es beschrieben. Hier die Kurzfassung: Die Khao San Road ist unter den Backpackern DIE Straße schlechthin. Eigentlich sind wir doch nur auf der Suche nach Essen… Mit einem leckeren Pad Thai setzen wir uns an den Straßenrand und beobachten einfach das Treiben. Nachts scheint es hier wohl etwas mehr abzugehen, allerdings wollen wir das nicht unbedingt ausprobieren und entscheiden uns für ein alternatives Abendprogramm eine Straße weiter auf der Rambuttri Road.

Auch diese Straße wird von Touristen gestürmt, allerdings versprüht sie mit den vielen Lichtern eine ganz andere, gemütlichere Atmosphäre.

Wenn du jedoch auf deiner Reise irgendetwas vergessen hast oder es nicht mehr in den Rucksack gepasst hat: Auf der Khao San Road und den Seitenstraßen findest du es! Ganz sicher!

Irgendwo

„Oh, die Straße sieht nett aus, lass uns da doch einfach mal weitergehen“ – so entdecken wir meistens die schönsten Ecken. Lass dich einfach treiben, bieg mal links und mal rechts ab. In jeder Straße gibt es etwas besonderes zu sehen, 100%ig.

🍻 Bars & Kneipen

Unsere Erfahrungen hinsichtlich abendlicher Beschäftigung abseits der Hostelcouch streben eher gen null, doch einen Tipp können wir doch raushauen.

Rooftop Bar Cloud47

Eine Skybar besuchen, das steht ziemlich weit oben auf unserer „Bangkok-To-Do-Liste“. Von oben in die Pools der schicken Häuser schauen, ein Muster in dem Durcheinander auf der Straße erkennen, die Wege der minikleinen Menschen verfolgen… Und bei alledem ein Bier trinken. Klingt nach nem coolen Abend!

Die Google Suchergebnisse zeigen, was wir bereits ahnten: Es gibt nicht nur eine. Wer hätte damit schon gerechnet?

Top-Ergebnis:  Die Lebua Skybar, bekannt aus dem Film Hangover. Mist, ausgerechnet jetzt haben wir unsere schicken Klamotten zuhause gelassen. Mit Shorts oder Schlabberhose kommen wir da wohl eher weniger rein.

Solltet ihr zufällig noch Platz im Rucksack haben: Es lohnt sich mit Sicherheit! Der Eintritt ist kostenlos, jedoch ist ein Getränk Mindestverzehr. Bier kostet 10 Euro hab ich gehört, wenn man das also als Eintrittspreis erachtet, ist das ja irgendwie in Ordnung.

Heißt: Weitersuchen. Kurz darauf finden wir in einer Facebook-Gruppe DEN Tipp. Keine Kleiderordnung? Jackpot! Bier bezahlbar? Noch besser.

Abends machen wir uns auf den Weg zur Skybar Cloud47 und kommen tatsächlich mit Schlabberhose und Top rein. Neben der Bedienung fühlen wir uns zwar etwas underdressed, aber das leuchtende Logo über der Bar macht uns Mut: „Casual Rooftop Bar“. Bier ist bezahlbar, auch einen 10-Euro-Cocktail kann man sich mit Sicherheit mal gönnen. Essen empfehlen wir nicht unbedingt, die Portionen sind für den Preis schon ziemlich klein. Dann lieber unten ein Pad Thai vom Straßenrand.

Der Eingang ist etwas versteckt und befindet sich quasi in der Parkhaus-Zufahrt des Hochhauses. Also nicht beirren lassen, einfach durchgehen und zur Not die Parkhauswächter fragen, eine Beschilderung gibt es nämlich nicht.

Eine gute Wegbeschreibung befindet sich auch auf der Website der Bar. Falls ihr also dem TukTuk- oder Taxifahrer in Bangkok eine Adresse nennen wollt, macht euch einen Screenshot der Seite, um sicherzustellen, dass ihr auch an der richtigen Stelle landet. Der ein oder andere Fahrer scheint die Bar nämlich nicht zu kennen.

Du möchtest genau wissen, wo du unsere Empfehlungen in Bangkok findest? Hier haben wir alles übersichtlich auf einer Karte zusammengefasst. 🙂

Was würdet ihr in Bangkok am Liebsten besuchen? Oder ward ihr bereits da und habt absolute Geheimtipps für unser nächstes Mal? 🙂


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